Logo
  • Beratung und Therapie
    • Überblick
    • Babyambulanz
    • Kinderambulanz
    • Jugendlichenambulanz
    • Erwachsenenambulanz
  • Aus- und Weiterbildung
    • Unser Angebot
    • Ausbildung nach PsychThG 1999
    • Aus- und Weiterbildung nach PsychThG 2020
    • Ärztliche Weiterbildung
    • Gruppenpsychotherapie
    • Fortbildung in psychodynamischer Supervision
    • Bewerbung
    • Semesterprogramm
    • Kooperationen
    • Gasthörer*innen
    • FAQ
  • Institut
    • Über uns
    • Stiftung
    • Ethik
    • Literatur und Medien
  • Veranstaltungen
  • Kontakt
  • Intern

Was bedeutet Kinder- und Jugendlichenanalyse?


Eine besondere Form der Anwendung findet die Psychoanalyse bei Kindern und Jugendlichen. Die psychoanalytische Lehre, Praxis und Forschung beschäftigt sich dabei zum einen mit den psychischen Problemen und Symptomen, ist zum anderen aber auch maßgeblich an der Vorsorge und Vorbeugung von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter beteiligt.

Die psychoanalytische Theorie und Praxis bezog sich zunächst auf Erwachsene. Die Rekonstruktion ihrer Leidensgeschichte führte zur Kindheit; die wiederum wurde durch die Kinderanalyse der direkten Beobachtung zugänglich.

Die Erkenntnisse aus Kinder- und Erwachsenenanalysen gaben Aufschluss über die grundlegende psychologische Bedeutung früher Erfahrungen, die nämlich nicht allein „in statu nascendi – durch die direkte Beobachtung von Kindern – zu beobachten“ sind (Tyson und Tyson 1997, S. 22), sondern sich erst später im Laufe der Lebensgeschichte offenbaren, wie es in den Erwachsenenbehandlungen deutlich wird.

Heute wird die psychoanalytische Entwicklungstheorie auch durch die Befunde systematischer extraklinischer Forschung erweitert und bereichert. Die Säuglings- und Bindungsforschung liefert mittlerweile Erkenntnisse über die psychische Strukturbildung und das Beziehungsgeschehen zwischen Eltern und Kind, die es notwendig machen, das psychoanalytische Verständnis von Diagnose und Psychotherapie immer wieder neu zu überdenken.

Neben der analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie entwickelte sich die spezielle Eltern-Kleinkindtherapie, die der Bearbeitung aktueller Schwierigkeiten so wie der Prophylaxe neurotischer Entwicklungen dient.

 

Veränderte gesellschaftliche Bedingungen haben seit Freud zu einer veränderten Kindheit mit entsprechend veränderten Krankheitsbildern geführt.

 

Eine Zunahme frühkindlicher, präödipaler Störungen erfordert eine Modifikation von Behandlungstechniken. So haben wir es bei Kindern und Jugendlichen oft mit einer Entwicklungspathologie zu tun, die kein „therapeutisch erreichbares Ich vorfindet. Der Therapeut wird wichtig in seiner Realpräsenz, indem er in „Hilfs-Ich-Funktion“ das defizitäre Ich auszugleichen sucht.

Bei diesem therapeutischen Angebot steht zunächst die Neuerfahrung des Gegenwärtigen – das Manifeste – und das im Dialog affektiv Bedeutsame im Vordergrund. Bei dieser Patientengruppe geht es primär um die Verinnerlichung genügend „guter Objekte“, die als Kern oder Fundament einer stabilen Ich-Organisation dienen. Eine veränderte Konfliktpathologie spiegelt sich in der Zunahme narzisstischer Störungen und der Zunahme „unruhiger“ Kinder mit schweren Entwicklungsstörungen gegenüber den klassischen Psychoneurosen, bei denen das Deuten unbewussten Materials eine wichtige Rolle spielt. 

Die therapeutische Arbeit mit Kindern bedeutet, dass auch immer Erwachsene, in der Regel die Eltern, mit einbezogen werden müssen, um ein komplexes psychisches Geschehen bearbeiten zu können.

Die postmoderne Gesellschaft hat bei Eltern eine große Unsicherheit im Erziehungsverhalten hervorgerufen. Die daraus resultierende Ohnmacht und Hilflosigkeit führt häufig zu Unabgegrenztheit zwischen Eltern und Kindern. Gegenseitige grandiose Vorstellungen und Erwartungen sind ein möglicher Rettungsversuch, blockieren aber die Autonomieentwicklung des Kindes, das dann verstärkt den unbewussten Konflikten der Eltern ausgesetzt ist. Der Umgang mit dem triadischen Beziehungsfeld – Kind, Eltern, Psychotherapeut – bedarf besonderer Kompetenz. Das findet mittlerweile in der kassenärztlichen Regelung in der gesonderten Abrechnungsziffer für die begleitende Psychotherapie der Bezugspersonen ihren Niederschlag.


 

Für die Kinderanalyse gilt wie für die Erwachsenenanalyse, dass ein therapeutischer Raum geschaffen werden muss, in dem sich die Innenwelt des Kindes und seine unbewussten Phantasien entfalten können.


Die unbewusste Bedeutung subjektiver Erfahrungen, die ein Kind oder ein Jugendlicher in Szene setzt, wird in der Übertragung und Gegenübertragung aktualisiert und bietet so die Chance der gemeinsamen Entschlüsselung. Je jünger ein Kind ist, umso mehr wird der therapeutische Diskurs durch das Spiel und die nonverbale Kommunikation bestimmt. Es ist immer wieder eine Herausforderung für den Therapeuten, sich auf dem Hintergrund des eigenen Kindheitserlebens mit Affekten, Phantasien, Gedanken und Bildern auf unterschiedlichen Stufen der Entwicklung auseinander zu setzen, um dann eigenes Erleben und eigene Erkenntnisse in einen bedeutungsvollen Dialog münden zu lassen.  

 

zurück



Impressum | AGB | Datenschutzerklärung | Intern | Kontakt



PSIB e.V.    Metzer Straße 30    28211 Bremen   info@psib.net
© PSIB. e.V. 2026